Side

Eine Seeräuberstadt und ein griechisches Theater, wie passt das zusammen? Die Antwort auf diese Frage findet, wer die obersten Ränge des Bauwerkes erklettert und von dort den Blick über das Meer schweifen lässt – ein idealer Aussichtspunkt!

Das Theater bauten die Bürger von Side, als die Piraterie noch in weiter Ferne lag. Die Bewohner der antiken Stadt bestritten im 2. Jahrhundert n.Chr. ihr Einkommen vor allem durch den künstlich angelegten Hafen; Side entwickelte sich zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum des südlichen Kleinasien.

Über Jahrhunderte wurde in Side ein anderswo nicht verstandener Dialekt gesprochen. Er wird auf die Sprache zurückgeführt, die die bisher unbekannten Ureinwohner sprachen und die sowohl die zuziehenden Kymaier als auch die um 1000 und erneut um 700 v.Chr. anreisenden griechischen Kolonisten übernahmen und kultivierten. Entziffert wurde die Sprache der Sider bis heute nicht. Ein Granatapfel, nach dem Side benannt worden sein soll, ist auf alten Münzen zu sehen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden.

Mehr und mehr geriet die Stadt um den Beginn unserer Zeitrechnung unter den Einfluss kilikischer Seeräuber. Gute Umsätze machten die Bewohner der Hafenstadt vor allem mit dem Sklavenhandel. Ägyptische Urkunden belegen, dass der große Sklavenmarkt von Side hauptsächlich Schwarzafrikaner und besonders Nubier anbot. Das Geld, das die Stadt durch diese Geschäfte einnahm, diente ihrer Verschönerung und zur Finanzierung von Spielen und Wettkämpfen.

Erst eine große Säuberungsaktion durch Pompeius im Jahr 67 n.Chr. bereitete dem Treiben der Sider ein Ende. In byzantinischer Zeit wurde die Stadt Bischofssitz; im

Theater, wo bei Spielen viele Menschen
ihr Leben lassen mussten, wurde
jetzt das Abendmahl gefeiert. Side
ist heute ein Zentrum des Tourismus
an der türkischen Südküste.